Altersheim Sonnhalde Burgdorf

Blog/Tagebuch

Die Mitarbeitenden und Lernenden posten von ihrem Arbeitsalltag in der Sonnhalde – quer durch verschiedene Themen.

FaGe Lernende berichten über die Einblickstage in der Aktivierung

Bericht von Lara Schüpbach:

Im Oktober hatte ich die Möglichkeit drei Tage in der Aktivierung unseres Hauses zu verbringen und mitzuwirken. Drei Tage voller neuen Erfahrungen.

An allen drei Tagen durfte ich um 08:00 mit der Arbeit beginnen. An jedem Morgen sass ich mit der Zuständigen Aktivierungsfachfrau an den Tisch und besprach gemeinsam mit ihr den Tag. Dabei wurden mir die angesagten Programme genauer erläutert.

Hier berichte ich von meinem Eindrücken:

Am ersten Tag wurde ich sehr herzlich in der Aktivierung begrüsst. Zu Beginn besprachen wir gemeinsam die Ziele, welche ich am Ende der Einblickstage erreicht haben sollte. Danach ging es auch gleich schon los mit meiner ersten Aufgabe. Um die Bewohner auf das Programm des nächsten Tages aufmerksam zu machen, konnte ich auf dem Laptop ein A4 Plakat gestalten, welches am nächsten Tag vor dem Speisesaal aufgehängt wurde. Dies bereitete mir viel Freude, da ich dies nach meiner Kreativität gestalten konnte. Als ich damit fertig war, wartete bereits die nächste Tätigkeit auf mich. Ich hatte die Aufgabe die alte Tischdekoration im Speisesaal zu entfernen und diese gemeinsam mit einer Bewohnerin/ eines Bewohners neu zu gestalten, passend zur Jahreszeit. Da Vormittags sowieso Handarbeiten auf dem Programm stand, nutzte ich dort die Chance und stellte neue Tischdekoration mit einzelnen Bewohnern her. Nicht nur mir, sondern auch den Bewohnern machte es Spass zu dekorieren. Nebst dem herstellen der Dekoration wurden Nüsse aufgeknackt, alte Blechdosen angemalt, gestrickt und der alte Blumenkranz aufgelassen. Trotz grossem Chaos auf und unter dem Tisch, hatten alle ein Lächeln auf den Lippen, dies war das wichtigste was zählte.

Nachmittags lernte ich die Kurzaktivierungen kennen. Dies waren verschiedene Spiele, Gedichte und vieles mehr. Mit einem gewählten Spiel von mir wurde ich auf die Piste geschickt um dies mit einem der Bewohner zu spielen. Nebst dem Spielen wurde viel miteinander gesprochen, dabei habe ich viel Neues über einzelne Bewohner erfahren. Dies fand ich sehr spannend, da ich dadurch die Bewohner auf eine andere Art und Weise kennenlernen durfte.

An den restlichen zwei Tagen war das Programm auch sehr toll!

Für mich war es aber nicht wichtig, welches Programm wir hatten, da mir alles Spass machte, sofern es mit unseren Bewohnern zu tun hatte. Ich konnte Eindrücke sammeln, welche ich wahrscheinlich ohne die Einblickstage nie hätte sammeln können. Einzelne Bewohner haben sich mir gegenüber sehr geöffnet und mir ihr Vertrauen geschenkt, welches mich sehr freute, da dies nicht selbstverständlich ist.

Autor: Lara Schüpbach Fachfrau Gesundheit 2. Lehrjahr

 

Bericht von Melanie Bieri:

Um die Arbeiten von der Aktivierung besser kennenlernen zu können habe ich drei Tage in der Aktivierung verbracht.  In der Aktivierung geht es darum den Bewohnerinnnen und Bewohner einen kleine Freude zu bereiten und ihnen im Alltag Abwechslung zu geben.

Am Dienstag haben wir Malen und Gestalten gehabt. Nicht alle machen alles gleich gerne oder können alles gleich gut machen. Das ist jedoch nicht schlimm da es keine Bewertungen gibt. Jeder macht das was er kann und genau das ist gut so. Daher gibt es ein abwechslungreiches Programm, welches für alle individuell angepasst werden kann.
Es gab Nüsse zum knacken und herauspellen und Dosen zum Bemalen damit Windlichter gemacht werden können.


Mein Auftrag war Curry-Zucchini zum machen. Frau Aeschlimann (unsere Aktivierungsfachfrau) hat mit mir zuvor besprochen was ich dabei beachten muss und hat mir das Rezept gegeben. Sie hat mir die ganze Verantwortung gegeben damit ich selber Erfahrungen sammeln kann. Dabei habe ich bemerkt das es gar nicht so einfach ist an alles zu Denken und dabei auch noch individuell Rücksicht auf die einzelnen Bewohner zu nehmen.
Mir ist auch aufgefallen das die Biografie der Bewohner äuserst wichtig ist. Mit der Biografie zu arbeiten ist sehr spannend den es gibt weitere Einblicke in das Leben jedes Einzelnen und so kann ich eine Beziehung zu den Bewohnern aufbauen.

Beim Durchführen der Sequenz musste ich darauf achten, dass ich das richtige Material nutze. Z.B. ob ich einen Schäler oder ein Sparschäler brauche.
Während der Aktivierung ist mir aufgefallen dass einige Bewohner die Aktivierung nutzen, um sich mit jemanden unterhalten zu können. Im Pflegealltag reicht uns manchmal die Zeit nicht um ein vertieftes Gespräch zu führen. Manchmal ist es auch in der Gruppe angebracht nicht zu Sprechen und einfach in Gesellschaft zu sein.

Wie bin ich denn nun vorgegangen damit ich mein Ziel, die Herstellung von Curry-Zucchtti, erreichen konnte:
Als erstes musste ich alle Materialien zurecht legen Schneidbretter, Messer, Hobel, Schäler und alle nötigen Zutaten. Wir hatte sehr grosse Zucchetti die vom Sonnhalde-Garten kommen (übrigens sind sie sehr lecker). Ich musste natürlich zuerst erklären was ich vor habe und wobei mir die Bewohner helfen können. Ich habe die Zucchetti halbiert und ausgehöhlt  und in angepasste Stücke geschnitten. Danach musste ich nicht viel erklären die Bewohner wussten schnell was sie machen müssen. Das fand ich beindruckend, dass es für sie so selbstverständlich war.

Zusammenfassung von meinen drei Tagen in der Aktivierung:

Ich finde die Aktivierung ist extrem wichtig um den Alltag der Bewohner zu gestalten. Jedoch muss immer beachtet werden das die Aktivierung kein Erzwingen sein darf, sondern das man den Bewohnern damit eine Freude bereiten kann wenn sie es möchten. Ich war überrascht was die einzelnen Bewohner noch machen können, wenn es ihnen Freude bereitet und sie von ihren Sorgen oder allenfalls auch Einschränkungen abgelenkt sind.

Ich möchte in Zukunft vermehrt Kurzaktivierung in meinen Pflegealltag integrieren und das Neue was ich gelernt habe versuchen umzusetzen.

Autor: Melanie Bieri Fachfrau Gesundheit 2. Lehrjahr

Rückenschonende Arbeitsweise

Rückenschonend arbeiten

Wer hat diesen Satz oder diesen Begriff noch nie gehört? Ich denke kaum jemand.

Das rückenschonende Arbeiten, spielt in der Pflege eine wichtige Rolle, da wir uns so, vor möglichen Rückenverletzungen schützen können. Leider ist das oft leichter gesagt als getan.
Manchmal vergessen wir es oder es ist nicht möglich rückenschonend zu arbeiten. Das sich dann schnell nach dem Feierabend durch Rückenschmerzen oder Verspannungen bemerkbar macht.
Dennoch ist es extrem wichtig, dass man sich die Zeit dafür nimmt bewusst auf seinen Rücken achten!

 

Um rückenschonend zu Arbeiten zeige ich Ihnen ein paar Tipps und Tricks welche ich während meiner Arbeit in der Pflege versuche zu beachten:

  • Das Gewicht nicht heben, sondern schieben
     
  • Immer in die Knie gehen, um etwas anzuheben oder wenn man sich normal bücken möchte (z.B. wenn wir einem Bewohner in die Schuhe helfen oder wenn wir einen Abfallsack leeren etc.)

  • Immer auf einer rückenschonender Arbeitshöhe arbeiten, das heisst bei uns in der Pflege z.B., dass wir das Pateientenbett auf eine für uns passende Höhe hochstellen/ einstellen.
     
  • Mobilisation/ Pflege nach Kinästhetik (Kunst / Wissenschaft der Bewegungswahrnehmung) macht, das heisst kurz beschrieben:
    • mit den Bewegungen mitgehen und nicht an Ort und Stelle stehen bleiben
    • Gewichte verlagern und nicht heben
    • Die Kinästhetik zeigt uns auch auf wo wir die Bewohner am besten berühren damit wir nicht Gewicht heben müssen
    • Es ist zudem ganz wichtig sich genügend Zeit zu nehmen und auch genügend Platz zu schaffen
    • Sich bei Bedarf Hilfe holen
    • Fähigkeiten der Bewohner gezielt nutzen und einsetzen
       
  • Auch eine richtige Sitzhaltung ist von grosser Bedeutung.

 

  • Eine aufrechte Haltung beim Gehen (nehmen sie sich kein Beispiel an der Tanne im nachfolgenden Bild)


 

  • alle 2Wochen nimmt unsere Physiotherapie an unserem täglichen Rapport teil. Dort haben wir Pflegenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Situationen zu besprechen und auszuprobieren in welchen wir noch Mühe haben auf unseren Rücken zu achten.

Ich hoffe diese Tipps und Tricks haben Ihnen etwas geholfen und sie denken in Zukunft etwas öfters an ihren Rücken, er wird es Ihnen danken.

 

Autor: Nina Kohler Fachfrau Gesundheit 3. Lehrjahr

Unser Lymphsystem

Wir haben in der Schule das Lymphsystem angeschaut, ich finde das Lymphsystem bekommt für seine Aufgaben zu wenig Aufmerksamkeit. Daher möchte ich Ihnen die Abläufe des Lymphsystem etwas genauer erklären.

Lymphe ist eine klare, blutähnliche Körperflüssigkeit. Sie enthält Proteine (Eiweisse) und Lymphozyten (weisse Blutkörperchen), die in den lymphatischen Organen (Organe wo die Lymphozyten vermehr oder verringert werden) entstehen und Abwehrfunktionen besitzen. 
Die Lymphe versorgt die Gewebe mit Nährstoffen und entfernt nicht brauchbare Stoffe. Die Darmlymphe (Chylus) enthält die aus dem Dünndarm stammenden Fette. Deshalb ist dort die Lymphflüssigkeit trüb.
Beim Menschen werden täglich rund 2 Liter Lymphe gebildet und durch das Lymphgefässsystem, über den Milch-Brust-Gang (der Gang, der der den Oberkörper mit dem Unterkörper verbindet), in das Venensystem zurückgeführt.
Das Lymphgefäßsystem ist ein Abflusssystem zur Ableitung der Lymphe, welches aber auch entscheidend an der Abwehrfunktionen des Körpers beteiligt ist. 
Es stellt neben dem Blutgefäßsystem ein zweites Röhrensystem dar, das in den Körper mit einem Netzwerk von Lymphkapillaren (Kleinste Verzweigungen des Lymphsystem) beginnt. Die Lymphkapillaren, die mit Endothelzellen (flache Zellen) ausgekleidet sind haben einen ähnlichen Aufbau wie die Venen, diese haben Klappen, um die Strömungsrichtung  fest zu legen. Diese äusseren Lymphgefäße führen die Lymphe  in einer den Venen parallelen Richtung über Sammelgefäße (innere Lymphstämme) in das Venensystem des Blutkreislaufs. Der größte Lymphstamm ist der Milch-Brust-Gang, der den Brustraum durchzieht und zusammen mit dem Halslymphstamm in die linke Schlüsselbeinvene endet. 

Die Fortbewegung der Lymphe wird durch rhythmisches sich zusammenziehen der mit glatter Muskulatur versehenen Lymphgefäßwände bewirkt. Auch die Skelettmuskulatur spielt dabei eine Rolle, indem sie wechselnden Druck auf die Gefäße ausübt.

In das Lymphgefäßsystem sind die Lymphknoten eingebaut. Sie sind ca. 2 cm groß und von einer Bindegewebskapsel umgeben. Im Mark der Lymphknoten ist das lymphatische Gewebe (spezielles Gewebe, das zur Bildung von Lymphozyten benötigt wird) zu Markstreifen angeordnet. Die äusseren Lymphgefäße treten durch die Kapsel in den Lymphknoten ein. Die zugeführte Lymphe fließt dann durch besondere Lymphbahnen zu den weniger zahlreichen und größeren abführenden Lymphgefäßen. Lymphknoten sind Abfangfilter mit der Fähigkeit zur Aufnahme von Partikeln. Sie sind ferner zur Produktion von Lymphozyten (weisse Blutkörperchen) und dienen der Immunreaktion bei.
 


Bei Entzündungsprozessen schwellen Lymphknoten an, werden heiß und sind druckempfindlich. Die Lymphgefäße werden daher als rote und meist druckempfindliche Streifen sichtbar.

Weshalb benötigen wir das Lymphsystem?
Das Lymphsystem ist für den Transport von Nährstoffen und Abfallstoffen verantwortlich.
Es entsorgt auch Krankheitserreger wie Bakterien und Fremdkörper.
Es reinigt unseren ganzen Körper.
 

 

Autor: Melanie Bieri Fachfrau Gesundheit 2.Lehrjahr

Demenz

Vergesslich sind wir alle. Wo aber hört die normale Vergesslichkeit auf und wie erkennen wir diese? 

Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Krankheiten, bei denen sich die geistigen Leistungsfähigkeiten verringern und die Persönlichkeit verändert. 
Bei Beginn der Krankheit, wird man vergesslicher, da das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr richtig funktioniert. Nebst dem verliert man ebenfalls die Orientierung. Man kann sich immer wie weniger an seine früheren Erfahrungen erinnern. Es fällt einem schwerer Gegenstände, Situationen und Personen in den richtigen Zusammenhang zuzuordnen. Dazu kommt, dass man manchmal ruhelos umherläuft. Das liegt daran, dass die Körperwahrnehmung bei Demenz nachlässt, welches Angst macht. Um seinen Körper wahrnehmen zu können, bewegt man sich und läuft umher. 

Nicht alles wird von der Krankheit angegriffen. Die Emotionen der betroffenen Person sind dabei nicht ausgeprägt. Die Sinne funktionieren dabei zum grössten Teil auch noch, sowie das Langzeitgedächtnis, welches Erinnerungen bereithält. Deshalb wird empfohlen, auf Dinge einzugehen, welche die Person noch kann. Was man nicht tun sollte, ist die betroffene Person auf vermeintliche Fehler aufmerksam zu machen, da dies sonst dem Selbstbewusstsein schadet. 

Die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht erforscht. Allerdings gibt es Medikamente, welche das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können. Demenz ist aber nicht heilbar. 
 


 

Das Risiko an Demenz zu erkranken, steigt bei zunehmendem Alter. Ungefähr 151 000 Menschen in der Schweiz sind bereits an Demenz erkrankt (2018). Davon sind es ca. 65% Frauen. Wenn unsere Lebenserwartung steigt, wird es in Zukunft immer mehr Betroffene geben. 

Meine Erfahrungen mit Menschen mit Demenz: 

Ich finde es immer wieder eindrücklich zu sehen, wie die Bewohner mit der dementiellen Entwicklung umgehen. Manchen merkt man abgesehen von kleinen orientierungslosen Momenten kaum etwas an, anderen dafür sehr. Da wir keine geschlossene Abteilung haben, ist es daher um so wichtiger auf die Bewohner zu achten, wenn sie nach draussen gehen. Häufig möchten die Bweohner dann nach Hause gehen, was in diesem Moment natürlich nicht geht. Daher ist eine angepasste Kommunikation sehr wichtig. Ich zeige Verständnis für ihren Wunsch. Was man dabei vermeiden sollte, sind Warum-Fragen, wie z.B warum die betroffene Person nach Hause möchten. In diesen Momenten ist es wichtig, geschlossene Fragen zu stellen, worauf die Person mit ja oder nein antworten kann. Oder folgende W-Fragen:  „wer, was, wo, wie, wann" sind dabei auch sinnvoll. Ebenso achte ich drauf dem Bewohner nicht zu wiedersprechen, sondern eher herauszufinden welches Bedürfniss er hat (vielleicht fehlt ihm zum Beispiel Geborgenheit oder Sicherheit, welche er bei sich zu Hause hatte). 
Ich versuche dann auch mit den Bewohnern etwas zu spazieren und über Dinge zu sprechen die wir am Wegesrand beobachten. Dies lenkt die Person ab und somit wird das Bedürfnis nach Hause zu gehen etwas vermindert. 
 


 

Das wichtigste was ich mit der Zusammenarbeit von Demenzerkrankten Menschen auf den Weg geben kann, ist Geduld!
 

Autor: Lara Schüpbach Fachfrau Gesundheit 2.Lehrjahr

Unsere Lernenden stellen sich vor

Zora Lüthi (Fachfrau Gesundheit EFZ in Ausbildung im 1. Lehrjahr)

Zora hat am 01.08.2020 ihre Ausbildung als Fachfrau Gesundheit EFZ bei uns begonnen. Sie stellt sich kurz vor:

Hallo! Gerne will ich mich kurz vorstellen.

Mein Name ist Zora und ich bin 15 Jahre alt. Ich bin 1.65 m gross, habe braune Haare und olivgrüne Augen. In meiner Freizeit höre ich gerne Musik und spiele Klavier und treffe mich gerne mit Freundinnen. 

Schon als kleines Mädchen wusste ich, dass mein späterer Beruf «etwas mit Menschen» zu tun haben musste. Für FaGe habe ich mich wegen der Vielfalt entschieden: Ich freue mich, wenn ich anderen Menschen helfen und sie unterstützen kann, beispielsweise bei der Pflege oder beim Anziehen. Ausserdem finde ich es spannend zu lernen, wie der menschliche Körper funktioniert. 

Vor gut einem Monat habe ich die Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit (FaGe) gestartet. Die Atmosphäre und die Arbeit im Team gefallen mir sehr gut. Auch der familiäre Charakter und dass die Sonnhalde nicht so riesengross ist, finde ich super. Ich freue mich auf meine drei Jahre Lehrzeit im Altersheim Sonnhalde Burgdorf.

Wir wünschen Zora eine tolle Ausbildungszeit und freuen uns sie auf ihren Weg zu begleiten.

Fernunterricht an der Berufsschule

Auch Nina Kohler (Fachfrau Gesundheit im 2. Lehrjahr) hat einen Blog über ihre Erfahrungen im Fernunterricht geschrieben und gibt gerne ihre eigenen Tipps weiter.

Zu Beginn war es für uns alle eine grosse Umstellung, von Zuhause aus Unterricht zu haben. Man musste sich als erstes darüber informieren, wie man mit den verschiedenen Programmen umgeht, wie was funktioniert und wo man dann alles abspeichern kann. 

Ich denke, dass es für alle Betroffenen am Anfang nicht so einfach war, mit dieser Situation klarzukommen. Wir hatten Glück, dass wir zum Start nur zwei Wochen Fernunterricht hatten. Danach haben schon die Frühlingsferien begonnen. So hatten wir Zeit, uns mit den Programmen vertrauter zu machen, um nach den Ferien, mit dem Unterricht so gewöhnlich wie möglich fortzufahren. Mittlerweile funktioniert alles schon ohne Probleme, man hat sich an diese Art des Unterrichtes gewöhnt und kommt mit allem besser klar als am Anfang. Was für alle eine grosse Erleichterung ist. 

Es gibt immer Vor- und Nachteile. Die Vorteile sind zum Beispiel, dass man in seinem eigenen Tempo arbeiten kann, in seinen eigenen vier Wänden ist und so alles bei sich hat was man braucht.
Nachteile gibt es auch, dass sind zum Beispiel die fehlenden Schulkameraden oder, dass man sich besser austauschen könnte wenn sie neben einem sitzen würden oder die Lehrer vor Ort sind.

Ich habe hier ein paar Tipps, welche mir geholfen haben, den Unterricht von Zuhause aus ohne Probleme meistern zu können:

  • Als erstes ist es sinnvoll, wenn man sich einen Überblick über die anstehenden Aufgaben des jeweiligen Tages verschafft, damit man sich überlegen kann in welcher Reihenfolge man die Bearbeitung gestalten will
  • Es ist ausserdem sinnvoll, wenn man sich das benötigte Material vor Beginn des Unterrichts bereitlegt, um es dann nicht suchen zu müssen und so unnötig Zeit verliert.
  • Man sollte immer etwas zum Trinken neben sich haben. Denn Flüssigkeit ist bekanntlich gesund und wichtig ;-)
  • Wenn Powerpoints vorhanden sind, macht es Sinn diese als erstes genau durchzulesen, weil da oft schon wichtige Informationen vorhanden sind, um die Arbeitsblätter anschliessend zu bearbeiten.
  • Es ist ebenfalls wichtig, sich Fragen fortlaufend zu notieren, um sie, wenn es darauf ankommt, nicht schon wieder vergessen zu haben.

So ich hoffe ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick in den Fernunterricht geben und hoffe meine Tipps können anderen weiterhelfen.

Die Situation rund um die Corona-Pandemie, scheint sich nun zum Glück zu beruhigen. Die Berufsschulen dürften ab 8.6.20 unter bestimmten Schutzvorrichtungen wieder mit dem Präsenzunterricht starten. Die Berufsschule Langenthalt (bfsl), hat sich jedoch entschieden erst wieder nach den Sommerferien den Präsenzunterricht aufzunehmen. 

Hier die Begründung der Schulleitung dazu:

  • Gemäss geltenden Schutzvorgaben muss weiterhin ein Mindestabstand von 2m zwischen Personen gewährt werden. Dies ist praktisch kaum umsetzbar, sowohl in den Unterrichtsräumen als auch im Schulareal (Pausen).
  • Auf die Nutzung des ÖV soll möglichst verzichtet werden. Da sehr viele Lernende unserer Schule lange Anfahrtswege zurücklegen müssen, kann auch diese Vorgabe fast nicht eingehalten werden.
  • Diese langen Anfahrtswege verunmöglichen, einzelne Fächer in Präsenz- und andere in Fernunterricht anzubieten (z. B. Vormittag Präsenz-, Nachmittag Fernunterricht)
  • Eventueller Unterricht in Halbklassen geht zu Lasten der Unterrichtsqualität (da nur jede zweite Woche unterrichtet würde). Dies wollen wir verhindern, insbesondere auch deshalb, weil wir davon überzeugt sind, dass die Qualität im nun etablierten Fernunterricht besser ist.
  • Der Fernunterricht an der Berufsfachschule Langenthal funktioniert gut und hat sich bewährt, was die Umfragewerte vom April 2020 bestätigten.

Wir sind gespannt und hoffen Nina Kohler wird uns nach den Sommerferien berichten, wie der Präsenzunterricht gestartet ist.

 

Berufsschule in der Coronazeit

Das Thema Corona beschäftigt uns schon seit einiger Zeit. Überall in den Medien wird darüber berichtet. Vor einigen Wochen wurden die Massnahmen verschärft. Sämtliche Geschäfte, Restaurants und Schulen wurden geschlossen.

Nun gibt es die ersten Lockerungen und man spürt langsam eine Beruhigung und Normalität in unserem Leben.

Ich bin Lernende im 1. Lehrjahr als Fachfrau Gesundheit. Vor einigen Wochen hiess es, dass alle Schulen geschlossen werden. Somit auch die Berufsschule in Langenthal. Als andere vor Freude jubelten, hatte ich schon meine ersten Bedenken.
Wie wird es nun weitergehen? Dies war wohl einer der häufigst gestellten Fragen. Auf diese Frage bekam ich schnell eine Antwort und wurde dadurch etwas beruhigt. Die Lehrer waren mit einer solchen Situation bestimmt auch überfordert. Trotzdem kamen sie zum Entschluss, dass die Schule weitergehen kann. Zwar nicht auf die gewohnte Art im Klassenzimmer, sondern zuhause im Fernunterricht.
 


 

Sämtliche Lehrer schickten uns die Aufträge via Mail zu, damit wir diese in Einzelarbeit erarbeiten konnten. In der ersten Woche verlief dies top.
Ab der zweiten Woche wurde aus dem Fernunterricht nichts mehr. Alle Lernenden wurden vom Unterricht dispensiert, damit sie in dieser besonderen Zeit das Geunsdeitswesen entlasten sollen. Somit wurden die Schul- und ÜK Tage durch Arbeitstage im Betrieb ersetzt.

Nach  zwei Wochen hatten wir zum Glück Schulferien. Denn so haben wir nicht noch mehr vom Unterrichtsstoff verpasst.

Als die drei Wochen Schulferien zu Ende waren, wurde die Dispensierung aufgehoben und wir konnten wieder am Fernunterricht teilnehmen. Dieses Mal verlief dieser aber nicht wie gewohnt. Um Unterrichtsstart trafen sich alle Mitschüler aus der Klasse vor dem Laptop in einer Videokonferenz. In dieser wurde besprochen, welche Aufträge für diesen Tag vorgesehen sind. Ebenfalls wurden Fragen aus der Klasse geklärt. Als alles fertig besprochen war, wurde die Videokonferenz beendet und alle arbeiteten an ihren Aufträgen im Selbststudium. Zwischen durch fanden noch kleinere Konferenzen via Video statt, bei dem die Lehrer sich erkundigten wollten, wo wir mit den Aufträgen stehen und wie wir mit der Situation zurechtkommen. 

Mein Fazit zum Onlineunterricht: 

Das Positive dabei ist, dass man länger schlafen kann :-)

Das Negative an der ganzen Sache ist, dass wir nun nicht nur eine Lücke im Unterrichtsstoff haben, sondern auch dass wir Zuhause weniger gut lernen können. Es fällt einem viel schwerer den ganzen Stoff zu erlernen. Dazu kommt noch, dass man seine Mitschüler nicht um sich hat, was den Unterricht eher langweiliger und langfädiger macht. Ebenso werden höchst wahrscheinlich keine Prüfungen mehr stattfinden und so kann man seine Noten, welche eventuell nicht so der Hit waren nicht retten. Das Zeugnis in unserem 2. Semester besteht dadurch nur aus zwei Noten. Meiner Meinung nach zu wenig.

Ich hoffe, dass die ganze Coronakrise bald ein Ende hat und wir so schnell wie möglich wieder in die Schule können.

Bis dahin, wünsche ich allen weiterhin gute Gesundheit und viel Durchhaltevermögen! 

Autor: Lara Schüpbach Fachfrau Gesundheit 1.Lehrjahr

Arbeiten mit Hygienemasken

Was sind die wichtigsten Regeln beim Tragen von Masken?

Das Allerwichtigste ist, die Hände vor dem Anziehen zu waschen oder zu desinfizieren. Die meisten Hygienemasken besitzen eine farbige und weisse Seite. Die farbige Seite wird immer aussen getragen. Die Maske muss so angezogen werden, dass sie Nase und Kinn möglichst gut abdeckt. Danach darf sie nicht mehr berührt werden. Auch nicht darunter oder darumherum. Beim Ausziehen, die Maske nur an den Bändchen halten. Davor und danach wieder: Hände waschen oder desinfizieren. 

Wie ist es mit Masken zu arbeiten? 

Mit den Masken zu Arbeiten ist in manchen Situationen sehr herausfordernd. Es gibt Bewohnerinnen und Bewohner, die auf das Lippenlesen angewiesen sind und mit den Masken ist dies nicht mehr möglich. Ebenso fehlt der Ausdruck des Gesichtes fast vollständig. Viele Bewohnerinnen und Bewohner lesen aus der Mimik mehr, als durch unsere verbale Kommunikation. 
Die Masken führen für den Träger auch zu einer undeutliche Aussprache, was für Bewohner, die mit dem Gehör eingeschränkt sind, zusätzlich belasten kann.
Die meisten Menschen sind es nicht gewohnt, eine Maske zu tragen. Es kann jucken, irritieren und es wird auch sehr warm darunter.
Bei Brillenträger kommt es auch häufig vor, dass die Brille durch die eigene Ausatmungsluft beschlägt. 

Was muss man sonst noch beachten?

Während die Maske im Gesicht sitzt, sollte man sie nicht berühren. Falls dies passiert, Hände mit Seife waschen oder desinfizieren, denn egal wie gut sie filtert, an der Maske sammeln sich möglicherweise Erreger. Sobald die Maske durchfeuchtet ist, sollte sie gewechselt werden, spätestens nach ca. sechs bis acht Stunden. Um die Maske abzusetzen, sollte man sie hinten an den Bändern lösen, auf keinen Fall vorne am Schutzvlies. Danach in einem Mülleimer mit Deckel entsorgen. Hände gründlich mit Seife reinigen.

Wieso tragen wir Hygienemasken?

Der Haupteffekt ist, dass grosse Tropfen beim Reden, Husten oder Niesen durch das mehrlagige Papier und Vlies im Mundschutz zurückgehalten werden. So werden die Bewohnerinnen und Bewohner vor Viren und Bakterien der Mitarbeiter/innen geschützt. Die Hygienemasken halten größere Partikel ab, verfügen aber nicht über Filter, um den Träger vor Viren und Bakterien zu schützen.
Wir wollen also verhindern, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner durch Mitarbeiter mit einer möglichen SARS-CoV-2 Infektion anstecken können.
Wir versuchen sie zu schützen und eine mögliche Ausbreitung des Corona-Virus innerhalb des Altersheim zu vermeiden.

Hier finden Sie eine Anleitung des Bundesamt für Gesundheit zum Tragen von Hygienemasken

Autor: Melanie Bieri Fachfrau Gesundheit 1. Lehrjahr

Meine Familen-Corona-Schulalltags-Erfahrungen

Nun sind schon bald 7 Wochen seit dem sogenannten „Lockdown“ vergangen. 

Als bekannt wurde, dass die Schulen nun schliessen und die Kinder von zu Hause aus unterrichtet werden, hab ich mir noch nicht soviel dabei gedacht. Das werden wir schon irgendwie schaukeln!
Ich hab mir vorgestellt, dass meine Tochter online am Unterricht teilnehmen kann und dazwischen Aufträge selbständig erledigt. Mein Alltag würde so normal wie möglich weiterlaufen.

Ja klar, da war noch zu organisieren wie wir das mit der Betreuung der Kinder während meinen Arbeitstagen, gestalten werden. 
Unsere Kinder werden von den Grosseltern betreut (was jetzt nun nicht mehr möglich ist).
Da mein Mann aufgrund der aktuellen Situation im Homeoffice arbeitet, sollte das ja auch kein Problem sein.

Also geniessen wir die Tage als Familie und nutzen die Zeit um Schränke aufzuräumen, auszumisten, den Garten umzugestalten und die Wohnung umzugestalten usw.
Ich mache mir schon Gedanken was ich alles mit den Kids basteln und im Garten unternehmen kann.

Am Donnerstag musste also meine Tochter ihre gesamten Schulmaterialien und Aufträge für den Fernunterricht abholen. 
Ihr Schulrucksack war brechend voll….. Beim ausräumen des Materials, versuche ich einen Überblick zu bekommen. Welche Hefte, Bücher, Papieren und Kisten braucht sie nun um Aufträge erledigen zu können?
Das war gar nicht mal so einfach. Die Aufträge auf 5 verschiedenen Arbeitsplänen. 
Meine Tochter sitzt genauso hilflos neben mir. Dann zeigt sie mir ihre Bastelarbeiten, welche sie auch nach Hause nehmen musste, damit wohl das ganze Schulzimmer desinfiziert werden konnte :-) 
Irgendwie haben wir dann die 3h Pflicht, die sie in der 3. Klasse erledigen muss über die Runde gebracht. Aber den Überblick hatten wir immer noch nicht. 

Der nächste Tag lief relativ ähnlich. 

Morgens 09:00 Start (Toll erst um 8:30 aufstehen, damit man den Tag irgendwie überlebt und die Nacht nicht zu kurz ist, nachdem erst nach Mitternacht Feierabend gemacht wird). 
Frühstücken als Familie. Danach versuche ich die Küche zu machen. Muss aber gefühlt alle 5 Minuten die Treppe  hochspringen, da meine Tochter eine Frage hat oder gerne wissen möchte ob sie die Aufgabe richtig verstanden oder richtig gelöst hat. 
Zwischendurch fragt mich mein 4 jähriger Sohn ob er die Legokiste ausleeren darf, da er ein bestimmtes kleines Teil sucht. Ach ja, ich hab auch noch einen Sohn, er kann sich zum Glück lange alleine beschäftigen. Aber immer dann wenn Mama gestresst ist, möchte er doch gerne ein Spiel spielen oder mir etwas ganz ganz Wichtiges zeigen. 

Es klingelt, meine Mutter steht vor der Tür und fragt wie es uns geht. Ich sage nur, dass ich etwas im Chaos versinke, dass mein Kaffee kalt unter der Maschine steht und ich mir das Ganze etwas anders vorgestellt habe. 
Ich habe soeben erst die Küche vom Frühstück aufgeräumt ist auch schon wieder Zeit um das Mittagessen zu kochen. Vorher muss ich aber doch noch kurz endlich mal meine Blase entleeren. Ein Blick in den Spiegel zeigt mir, dass ich mich wohl noch gar nicht gekämmt und die Zähne geputzt habe. Auf meinem T-Shirt erkenne ich ein riesigen Fleck. Zum Glück stand vorher nicht der Postbote vor der Tür. 
Ich versuche meinen Blick nicht auf den vollen Wäschesack und die Flecken im Bad zu konzentrieren. Die Krümmel am Boden fallen mir zwar auf, aber ich weiss das ich nun keine Zeit habe um auch noch staubzusaugen.

Ich habe noch immer kein Überblick, was meine Tochter nun alles erledigen muss und merke, dass mich die Situation immer mehr stresst. Kann sie so den Plan bis nächsten Donnerstag überhaupt abarbeiten? Was geschieht mit unserer Haushaltung? Bin ich einfach unfähig? 
Langsam aber sicher fühle ich auch eine gewisse Wut in meinem Bauch. Was macht denn die Lehrerin heute? Ja sie wird wohl das nächste Wochenpaket zusammenstellen. Und sonst?
Was macht mein Mann unten im Keller in seinem ruhigen Homeoffice?
Was machen unsere Eltern nun mit der zusätzlich freien Zeit?
Was machen meine kinderlosen Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice? 

Ein kurzer Blick auf die sozialen Medien zeigt mir bildlich auf, wie es den anderen im Homeoffice ergeht: Laptop, daneben ein Kaffee und die schlafende Katze. Abends posten sie ihr frischgebackenes Brot und den Kuchen den sie für ihre Eltern gebacken haben oder posten ein Bild von ihrer Joggingrunde.
Meine Tochter möchte auch backen (das ist unter anderem Inhalt des 5. Arbeitsplans, welcher freiwillige Aufgaben enthält, damit es den Kindern nicht noch langweilig wird…..)
Ja ich bin wütend und eifersüchtig auf all diese Menschen, die nun soviel Zeit mehr haben und die Krise nutzen um ihre Kreativität auszuleben.

Am Wochenende versuche ich nun den liegen gebliebenen Haushalt mit meinem Mann aufzuarbeiten. Am Sonntag Abend will ich noch gar nicht an den bevorstehenden Montag denken. 

Ich überlebe den Tag wie die anderen vorher ziemlich erledigt und ohne das Gefühl, dass ich alles im Griff habe.

Dienstag um 09:15 ist der erste Klavierunterricht per Skype angesagt. 
Ich merke wie mir das Homehaushalt, Homeschooling, Homeoffice, Homebespassung und Homeüberleben wahnsinnig auf der Schulter lastet. 
Nun also Homeklavierschooling. Die Klavierlehrerin ist happy und gibt sich viel Mühe. Leider kann ich das Smartphone nicht so positionieren, dass sie die Tasten und meine Tochter sieht, ohne dass es immer wieder runter fällt. 
Im Hintergrund schreit mein 4-jähriger von der Toilette seit 10 Minuten: „I bi fertig!“ und wird natürlich immer lauter. 
Der 20.Minuten Klavierunterricht wird so zu knapp 15 Minuten Unterricht ohne Klänge und meine Nerven sind schon um 9:30 völlig überstrapaziert. Jetzt warten noch die 3h Fernunterricht auf meine Tochter und mich und ich spüre, dass ich das niemals so bis zu den Frühlingsferien aufrecht erhalten kann. 
Ich bin Mama und keine Lehrerin. Darum kam für mich Homeschooling auch nie in Frage.
Nun wurde ich dazu gezwungen. Ja ich weiss Homeschooling ist nicht dasselbe wie Fernunterricht. Ich spüre jedoch om Moment kein Unterschied!

Dienstagabend: Ich freue mich wahnsinnig auf meinen Arbeitstag von Morgen. 
Ich geh aus dem Haus, verlasse das Chaos und kann mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Auch wenn es als Pflegefachperson und Verantwortliche Bildung häufig auch sehr stressig ist und man momentan fast etwas Sauerstoffmangel hat wegen dem Tragen der Masken,  bin ich trotzdem richtig entspannt und geniesse die Zeit im Betrieb. 

Am Mittwoch Abend schreibe ich meinen „Frust“ in das Rückmeldungsblatt an die Lehrperson (ich bleibe freundlich, das ist doch selbstverständlich und versuche konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen). 
Meine Tochter hätte eigentlich ein Nachteilsausgleich aufgrund ihrer Leseschwäche. Den bekommt sie auch. Jedoch nicht durch ihre Lehrperson sondern durch mich oder meinen Mann. Find nur ich das nicht richtig?
Ich frage mich auch wie das andere Eltern schaffen. Fremdsprachige Eltern, Eltern mit mehreren schulpflichtigen Kindern und wie die Chancengleichheit so noch gewährleistet werden kann.
Nach dem Erfassen der Rückmeldung geht es mir besser. 

Ich habe auch schon eine Idee betreffend Überblick für das nächste Wochenpaket.

2. Wochenpaket wird von der Tochter im Schulhaus abgeholt. Ich bin bereit für die Arbeitspläne.
Schreibe alle Aufgaben auf kleine Zettel und schaffe so auf dem Fenster eine Übersicht für meine Tochter und vor allem für mich.

Unterdessen hat sie die nächste Klavier-20-Minuten-Lektion. Meine Mann hat im Keller das Stativ raufgeholt und kann so alles einstellen, dass es sogar klappt. Es ist schönes Wetter und unser Sohn spielt draussen im Garten. Ich freue mich, dass der Tag so positiv angelaufen ist.

Ich merke, dass mich nun etwas entspanne. Heute bin ich aber im Homeoffice und mein Office ist der Esstisch. Nach 1h spüre ich meinen Rücken und hole den alten Bürostuhl hoch. Ich arbeite max 15min am Stück (danach werde ich immer wieder von einem Kind unterbrochen) und stelle fest, dass ich so meine Arbeit nie erledigen kann. Die Zeit hole ich dann am Wochenende und Abends nach (was ich eigentlich lieber nicht möchte). Das stresst mich schon wieder. 

Meine Rückmeldung hatte wohl Wirkung. Die Heilpädagogin der Schule meldet sich und bietet an regelmässig mit unserer Tochter per Skype Aufträge zu machen. Auch meine Schwester bietet sich an eine 1h zu übernehmen wenn sie frei hat. Ich kann etwas aufatmen.
Jedoch spüre ich, dass ich müde bin und meine Nerven und meine Energie sich eher auf einem tiefen Niveau befinden.
Die Frühlingsferien stehen schon bald vor der Tür. Also beisse ich durch und wir geniessen eine Woche in der Berghütte „ab vom Schuss“. Sehen keine Menschenseele und geniessen die Auszeit als Familie.

Nun startet der Fernunterricht nach den Frühlingsferien wieder. Nein Onlinelektionen, so wie ich sie mir gewünscht habe gibt es nicht. 

Die 3h wurden auf 2h Stunden Unterricht reduziert. Was uns zusätzlich etwas Luft zum atmen gibt.

Nur so nebenbei:  Als Faustregel für eine angemessene Fernunterrichtszeit kann davon aus- gegangen werden, dass eine Schülerin, ein Schüler in der Lage sein müsste, entsprechend dem jeweiligen Lebensalter multipliziert mit zwei Minuten, konzentriert arbeiten zu können.

Einmal in der Woche wird sie nun wieder mit der Heilpädagogin skypen.
Ich stehe nun weniger unter Druck. Vielleicht ist es auch noch die Erholung von der Ferienwoche. 
Aber ich denke wir werden das gemeinsam bis am 11. Mai schaffen und ich bin stolz auf unseren Weg und meine Familie.

Jedoch gibt es immer wieder Momente in denen ich tief durchatmen muss. Zum Beispiel als eine Lehrerin letzte Woche im Radio sagt: „Nun können sich Eltern endlich vorstellen, was es bedeutet Lehrer/in zu sein!“
Wie bitte? Ich denke ein Angehöriger der seine kranke Mutter betreut und pflegt und daneben noch arbeitet, ein Haushalt zu führen und Kinder zu betreuen hat, möchte von mir auch nicht hören: „Jetzt kannst du dir endlich vorstellen, was es heisst in der Pflege zu arbeiten!“

Ich versuche zu akzeptieren, dass ich die Coronazeit nicht wie andere nutzen kann um alles was liegen geblieben ist aufzuarbeiten oder gar neue Koch- oder Backrezepte auszuprobieren. 
Ich versuche zu akzeptieren, dass es bei uns zu Hause im Moment etwas unordentlich und nicht ganz so sauber ist wie üblich. 
Ich versuche zu akzeptieren, dass die Lehrpersonen ihren Fernunterricht sehr unterschiedlich gestalten.
Ja ich akzeptiere sogar, dass ich meiner Tochter neuen Schulstoff vermitteln muss.
Ich versuche auch zu akzeptieren, dass ich eine andere Auffassung von Fernunterricht habe als die Lehrperson und freue mich wenn wir mal eine Videobotschaft mit einer Anleitung erhalten.

Es gäbe noch Vieles mehr, was ich im Moment versuche zu akzeptieren. Es gibt Tage da gelingt mir das besser, dann gibt es Tage da bräuchte ich etwas mehr als ein Coronabier zum Feierabend :-) 

Ich habe nur ein schulpflichtiges Kind und ich ziehe meinen Hut vor all den Familien die mehrere Kinder haben oder vor alleinerziehenden Eltern und hoffe sie bekommen genügend Unterstützung und Rückhalt um diese spezielle Situation zu meistern.

Übrigens: Ich freue mich auf die „Normalität“ falls es diese irgendwann wieder mal gibt.

Autor: Cornelia Aeschbacher (Bildungsverantwortliche Pflege, Mutter, Hausfrau und nun auch noch Lehrerin)

Durch Distanz Nähe schaffen

Der Familienalltag verwandelt sich in Homeoffices und Homeschooling, wir die Risikogruppen bleiben zu Hause.
Nun sind neue Wege und Ideen gefragt, um dem Leben neuen Frohsinn einzuhauchen.

Die sozialen Kontakte und das Gemeinschaftsleben aufrechtzuerhalten ist uns sehr wichtig.

Das Telefon ist ein wichtiges Kommunikationsmittel, welches heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.
Können Sie sich an das Telefon Ihrer Eltern noch erinnern?
Wann hatten Sie ihr erstes eigenes Telefon und wie sah es aus?

Wir hatten ein schwarzes Wandtelefon. Die Wählscheibe hatte Zahlen von eins bis neun und die Null. Unten war ein Haken. Da konnte man den Hörer einhängen. Der Alpenhornkalender hing immer an diesem Haken……

 

 

 

 

 

Heute 2020 mit den neuen Medien ist vieles anders. Auch wir nutzen die neuen Techniken und Möglichkeiten und erstellen ein Skype-Konto für die Sonnhalde.
Da unser Haus auch weiterhin mit einem Besuchsverbot belegt ist, öffnen wir so ein kleines Fenster der Begegnungen.

Das regelmässige Angebot per Skype zu telefonieren wird rege genutzt. 

Für viele ist das ein Generationenprojekt. Die Grosskinder helfen beim Einrichten eines Skype-Konto auf den PC oder Smartphone ihrer Eltern. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich sehr, so auch die Enkelkinder zu Gesicht zu bekommen. 

Die Bewohnerinnen und Bewohnern skypen nun mit den Familien, Freunden und sogar mit dem Pfarrer. 

Äs Fötzeli Glück im Alltag eben.

Autor: Aktivierung Eva Aeschlimann

 

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