Altersheim Sonnhalde Burgdorf

Blog/Tagebuch

Die Mitarbeitenden und Lernenden posten von ihrem Arbeitsalltag in der Sonnhalde – quer durch verschiedene Themen.

Fernunterricht an der Berufsschule

Auch Nina Kohler (Fachfrau Gesundheit im 2. Lehrjahr) hat einen Blog über ihre Erfahrungen im Fernunterricht geschrieben und gibt gerne ihre eigenen Tipps weiter.

Zu Beginn war es für uns alle eine grosse Umstellung, von Zuhause aus Unterricht zu haben. Man musste sich als erstes darüber informieren, wie man mit den verschiedenen Programmen umgeht, wie was funktioniert und wo man dann alles abspeichern kann. 

Ich denke, dass es für alle Betroffenen am Anfang nicht so einfach war, mit dieser Situation klarzukommen. Wir hatten Glück, dass wir zum Start nur zwei Wochen Fernunterricht hatten. Danach haben schon die Frühlingsferien begonnen. So hatten wir Zeit, uns mit den Programmen vertrauter zu machen, um nach den Ferien, mit dem Unterricht so gewöhnlich wie möglich fortzufahren. Mittlerweile funktioniert alles schon ohne Probleme, man hat sich an diese Art des Unterrichtes gewöhnt und kommt mit allem besser klar als am Anfang. Was für alle eine grosse Erleichterung ist. 

Es gibt immer Vor- und Nachteile. Die Vorteile sind zum Beispiel, dass man in seinem eigenen Tempo arbeiten kann, in seinen eigenen vier Wänden ist und so alles bei sich hat was man braucht.
Nachteile gibt es auch, dass sind zum Beispiel die fehlenden Schulkameraden oder, dass man sich besser austauschen könnte wenn sie neben einem sitzen würden oder die Lehrer vor Ort sind.

Ich habe hier ein paar Tipps, welche mir geholfen haben, den Unterricht von Zuhause aus ohne Probleme meistern zu können:

  • Als erstes ist es sinnvoll, wenn man sich einen Überblick über die anstehenden Aufgaben des jeweiligen Tages verschafft, damit man sich überlegen kann in welcher Reihenfolge man die Bearbeitung gestalten will
  • Es ist ausserdem sinnvoll, wenn man sich das benötigte Material vor Beginn des Unterrichts bereitlegt, um es dann nicht suchen zu müssen und so unnötig Zeit verliert.
  • Man sollte immer etwas zum Trinken neben sich haben. Denn Flüssigkeit ist bekanntlich gesund und wichtig ;-)
  • Wenn Powerpoints vorhanden sind, macht es Sinn diese als erstes genau durchzulesen, weil da oft schon wichtige Informationen vorhanden sind, um die Arbeitsblätter anschliessend zu bearbeiten.
  • Es ist ebenfalls wichtig, sich Fragen fortlaufend zu notieren, um sie, wenn es darauf ankommt, nicht schon wieder vergessen zu haben.

So ich hoffe ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick in den Fernunterricht geben und hoffe meine Tipps können anderen weiterhelfen.

Die Situation rund um die Corona-Pandemie, scheint sich nun zum Glück zu beruhigen. Die Berufsschulen dürften ab 8.6.20 unter bestimmten Schutzvorrichtungen wieder mit dem Präsenzunterricht starten. Die Berufsschule Langenthalt (bfsl), hat sich jedoch entschieden erst wieder nach den Sommerferien den Präsenzunterricht aufzunehmen. 

Hier die Begründung der Schulleitung dazu:

  • Gemäss geltenden Schutzvorgaben muss weiterhin ein Mindestabstand von 2m zwischen Personen gewährt werden. Dies ist praktisch kaum umsetzbar, sowohl in den Unterrichtsräumen als auch im Schulareal (Pausen).
  • Auf die Nutzung des ÖV soll möglichst verzichtet werden. Da sehr viele Lernende unserer Schule lange Anfahrtswege zurücklegen müssen, kann auch diese Vorgabe fast nicht eingehalten werden.
  • Diese langen Anfahrtswege verunmöglichen, einzelne Fächer in Präsenz- und andere in Fernunterricht anzubieten (z. B. Vormittag Präsenz-, Nachmittag Fernunterricht)
  • Eventueller Unterricht in Halbklassen geht zu Lasten der Unterrichtsqualität (da nur jede zweite Woche unterrichtet würde). Dies wollen wir verhindern, insbesondere auch deshalb, weil wir davon überzeugt sind, dass die Qualität im nun etablierten Fernunterricht besser ist.
  • Der Fernunterricht an der Berufsfachschule Langenthal funktioniert gut und hat sich bewährt, was die Umfragewerte vom April 2020 bestätigten.

Wir sind gespannt und hoffen Nina Kohler wird uns nach den Sommerferien berichten, wie der Präsenzunterricht gestartet ist.

 

Berufsschule in der Coronazeit

Das Thema Corona beschäftigt uns schon seit einiger Zeit. Überall in den Medien wird darüber berichtet. Vor einigen Wochen wurden die Massnahmen verschärft. Sämtliche Geschäfte, Restaurants und Schulen wurden geschlossen.

Nun gibt es die ersten Lockerungen und man spürt langsam eine Beruhigung und Normalität in unserem Leben.

Ich bin Lernende im 1. Lehrjahr als Fachfrau Gesundheit. Vor einigen Wochen hiess es, dass alle Schulen geschlossen werden. Somit auch die Berufsschule in Langenthal. Als andere vor Freude jubelten, hatte ich schon meine ersten Bedenken.
Wie wird es nun weitergehen? Dies war wohl einer der häufigst gestellten Fragen. Auf diese Frage bekam ich schnell eine Antwort und wurde dadurch etwas beruhigt. Die Lehrer waren mit einer solchen Situation bestimmt auch überfordert. Trotzdem kamen sie zum Entschluss, dass die Schule weitergehen kann. Zwar nicht auf die gewohnte Art im Klassenzimmer, sondern zuhause im Fernunterricht.
 


 

Sämtliche Lehrer schickten uns die Aufträge via Mail zu, damit wir diese in Einzelarbeit erarbeiten konnten. In der ersten Woche verlief dies top.
Ab der zweiten Woche wurde aus dem Fernunterricht nichts mehr. Alle Lernenden wurden vom Unterricht dispensiert, damit sie in dieser besonderen Zeit das Geunsdeitswesen entlasten sollen. Somit wurden die Schul- und ÜK Tage durch Arbeitstage im Betrieb ersetzt.

Nach  zwei Wochen hatten wir zum Glück Schulferien. Denn so haben wir nicht noch mehr vom Unterrichtsstoff verpasst.

Als die drei Wochen Schulferien zu Ende waren, wurde die Dispensierung aufgehoben und wir konnten wieder am Fernunterricht teilnehmen. Dieses Mal verlief dieser aber nicht wie gewohnt. Um Unterrichtsstart trafen sich alle Mitschüler aus der Klasse vor dem Laptop in einer Videokonferenz. In dieser wurde besprochen, welche Aufträge für diesen Tag vorgesehen sind. Ebenfalls wurden Fragen aus der Klasse geklärt. Als alles fertig besprochen war, wurde die Videokonferenz beendet und alle arbeiteten an ihren Aufträgen im Selbststudium. Zwischen durch fanden noch kleinere Konferenzen via Video statt, bei dem die Lehrer sich erkundigten wollten, wo wir mit den Aufträgen stehen und wie wir mit der Situation zurechtkommen. 

Mein Fazit zum Onlineunterricht: 

Das Positive dabei ist, dass man länger schlafen kann :-)

Das Negative an der ganzen Sache ist, dass wir nun nicht nur eine Lücke im Unterrichtsstoff haben, sondern auch dass wir Zuhause weniger gut lernen können. Es fällt einem viel schwerer den ganzen Stoff zu erlernen. Dazu kommt noch, dass man seine Mitschüler nicht um sich hat, was den Unterricht eher langweiliger und langfädiger macht. Ebenso werden höchst wahrscheinlich keine Prüfungen mehr stattfinden und so kann man seine Noten, welche eventuell nicht so der Hit waren nicht retten. Das Zeugnis in unserem 2. Semester besteht dadurch nur aus zwei Noten. Meiner Meinung nach zu wenig.

Ich hoffe, dass die ganze Coronakrise bald ein Ende hat und wir so schnell wie möglich wieder in die Schule können.

Bis dahin, wünsche ich allen weiterhin gute Gesundheit und viel Durchhaltevermögen! 

Autor: Lara Schüpbach Fachfrau Gesundheit 1.Lehrjahr

Arbeiten mit Hygienemasken

Was sind die wichtigsten Regeln beim Tragen von Masken?

Das Allerwichtigste ist, die Hände vor dem Anziehen zu waschen oder zu desinfizieren. Die meisten Hygienemasken besitzen eine farbige und weisse Seite. Die farbige Seite wird immer aussen getragen. Die Maske muss so angezogen werden, dass sie Nase und Kinn möglichst gut abdeckt. Danach darf sie nicht mehr berührt werden. Auch nicht darunter oder darumherum. Beim Ausziehen, die Maske nur an den Bändchen halten. Davor und danach wieder: Hände waschen oder desinfizieren. 

Wie ist es mit Masken zu arbeiten? 

Mit den Masken zu Arbeiten ist in manchen Situationen sehr herausfordernd. Es gibt Bewohnerinnen und Bewohner, die auf das Lippenlesen angewiesen sind und mit den Masken ist dies nicht mehr möglich. Ebenso fehlt der Ausdruck des Gesichtes fast vollständig. Viele Bewohnerinnen und Bewohner lesen aus der Mimik mehr, als durch unsere verbale Kommunikation. 
Die Masken führen für den Träger auch zu einer undeutliche Aussprache, was für Bewohner, die mit dem Gehör eingeschränkt sind, zusätzlich belasten kann.
Die meisten Menschen sind es nicht gewohnt, eine Maske zu tragen. Es kann jucken, irritieren und es wird auch sehr warm darunter.
Bei Brillenträger kommt es auch häufig vor, dass die Brille durch die eigene Ausatmungsluft beschlägt. 

Was muss man sonst noch beachten?

Während die Maske im Gesicht sitzt, sollte man sie nicht berühren. Falls dies passiert, Hände mit Seife waschen oder desinfizieren, denn egal wie gut sie filtert, an der Maske sammeln sich möglicherweise Erreger. Sobald die Maske durchfeuchtet ist, sollte sie gewechselt werden, spätestens nach ca. sechs bis acht Stunden. Um die Maske abzusetzen, sollte man sie hinten an den Bändern lösen, auf keinen Fall vorne am Schutzvlies. Danach in einem Mülleimer mit Deckel entsorgen. Hände gründlich mit Seife reinigen.

Wieso tragen wir Hygienemasken?

Der Haupteffekt ist, dass grosse Tropfen beim Reden, Husten oder Niesen durch das mehrlagige Papier und Vlies im Mundschutz zurückgehalten werden. So werden die Bewohnerinnen und Bewohner vor Viren und Bakterien der Mitarbeiter/innen geschützt. Die Hygienemasken halten größere Partikel ab, verfügen aber nicht über Filter, um den Träger vor Viren und Bakterien zu schützen.
Wir wollen also verhindern, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner durch Mitarbeiter mit einer möglichen SARS-CoV-2 Infektion anstecken können.
Wir versuchen sie zu schützen und eine mögliche Ausbreitung des Corona-Virus innerhalb des Altersheim zu vermeiden.

Hier finden Sie eine Anleitung des Bundesamt für Gesundheit zum Tragen von Hygienemasken

Autor: Melanie Bieri Fachfrau Gesundheit 1. Lehrjahr

Meine Familen-Corona-Schulalltags-Erfahrungen

Nun sind schon bald 7 Wochen seit dem sogenannten „Lockdown“ vergangen. 

Als bekannt wurde, dass die Schulen nun schliessen und die Kinder von zu Hause aus unterrichtet werden, hab ich mir noch nicht soviel dabei gedacht. Das werden wir schon irgendwie schaukeln!
Ich hab mir vorgestellt, dass meine Tochter online am Unterricht teilnehmen kann und dazwischen Aufträge selbständig erledigt. Mein Alltag würde so normal wie möglich weiterlaufen.

Ja klar, da war noch zu organisieren wie wir das mit der Betreuung der Kinder während meinen Arbeitstagen, gestalten werden. 
Unsere Kinder werden von den Grosseltern betreut (was jetzt nun nicht mehr möglich ist).
Da mein Mann aufgrund der aktuellen Situation im Homeoffice arbeitet, sollte das ja auch kein Problem sein.

Also geniessen wir die Tage als Familie und nutzen die Zeit um Schränke aufzuräumen, auszumisten, den Garten umzugestalten und die Wohnung umzugestalten usw.
Ich mache mir schon Gedanken was ich alles mit den Kids basteln und im Garten unternehmen kann.

Am Donnerstag musste also meine Tochter ihre gesamten Schulmaterialien und Aufträge für den Fernunterricht abholen. 
Ihr Schulrucksack war brechend voll….. Beim ausräumen des Materials, versuche ich einen Überblick zu bekommen. Welche Hefte, Bücher, Papieren und Kisten braucht sie nun um Aufträge erledigen zu können?
Das war gar nicht mal so einfach. Die Aufträge auf 5 verschiedenen Arbeitsplänen. 
Meine Tochter sitzt genauso hilflos neben mir. Dann zeigt sie mir ihre Bastelarbeiten, welche sie auch nach Hause nehmen musste, damit wohl das ganze Schulzimmer desinfiziert werden konnte :-) 
Irgendwie haben wir dann die 3h Pflicht, die sie in der 3. Klasse erledigen muss über die Runde gebracht. Aber den Überblick hatten wir immer noch nicht. 

Der nächste Tag lief relativ ähnlich. 

Morgens 09:00 Start (Toll erst um 8:30 aufstehen, damit man den Tag irgendwie überlebt und die Nacht nicht zu kurz ist, nachdem erst nach Mitternacht Feierabend gemacht wird). 
Frühstücken als Familie. Danach versuche ich die Küche zu machen. Muss aber gefühlt alle 5 Minuten die Treppe  hochspringen, da meine Tochter eine Frage hat oder gerne wissen möchte ob sie die Aufgabe richtig verstanden oder richtig gelöst hat. 
Zwischendurch fragt mich mein 4 jähriger Sohn ob er die Legokiste ausleeren darf, da er ein bestimmtes kleines Teil sucht. Ach ja, ich hab auch noch einen Sohn, er kann sich zum Glück lange alleine beschäftigen. Aber immer dann wenn Mama gestresst ist, möchte er doch gerne ein Spiel spielen oder mir etwas ganz ganz Wichtiges zeigen. 

Es klingelt, meine Mutter steht vor der Tür und fragt wie es uns geht. Ich sage nur, dass ich etwas im Chaos versinke, dass mein Kaffee kalt unter der Maschine steht und ich mir das Ganze etwas anders vorgestellt habe. 
Ich habe soeben erst die Küche vom Frühstück aufgeräumt ist auch schon wieder Zeit um das Mittagessen zu kochen. Vorher muss ich aber doch noch kurz endlich mal meine Blase entleeren. Ein Blick in den Spiegel zeigt mir, dass ich mich wohl noch gar nicht gekämmt und die Zähne geputzt habe. Auf meinem T-Shirt erkenne ich ein riesigen Fleck. Zum Glück stand vorher nicht der Postbote vor der Tür. 
Ich versuche meinen Blick nicht auf den vollen Wäschesack und die Flecken im Bad zu konzentrieren. Die Krümmel am Boden fallen mir zwar auf, aber ich weiss das ich nun keine Zeit habe um auch noch staubzusaugen.

Ich habe noch immer kein Überblick, was meine Tochter nun alles erledigen muss und merke, dass mich die Situation immer mehr stresst. Kann sie so den Plan bis nächsten Donnerstag überhaupt abarbeiten? Was geschieht mit unserer Haushaltung? Bin ich einfach unfähig? 
Langsam aber sicher fühle ich auch eine gewisse Wut in meinem Bauch. Was macht denn die Lehrerin heute? Ja sie wird wohl das nächste Wochenpaket zusammenstellen. Und sonst?
Was macht mein Mann unten im Keller in seinem ruhigen Homeoffice?
Was machen unsere Eltern nun mit der zusätzlich freien Zeit?
Was machen meine kinderlosen Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice? 

Ein kurzer Blick auf die sozialen Medien zeigt mir bildlich auf, wie es den anderen im Homeoffice ergeht: Laptop, daneben ein Kaffee und die schlafende Katze. Abends posten sie ihr frischgebackenes Brot und den Kuchen den sie für ihre Eltern gebacken haben oder posten ein Bild von ihrer Joggingrunde.
Meine Tochter möchte auch backen (das ist unter anderem Inhalt des 5. Arbeitsplans, welcher freiwillige Aufgaben enthält, damit es den Kindern nicht noch langweilig wird…..)
Ja ich bin wütend und eifersüchtig auf all diese Menschen, die nun soviel Zeit mehr haben und die Krise nutzen um ihre Kreativität auszuleben.

Am Wochenende versuche ich nun den liegen gebliebenen Haushalt mit meinem Mann aufzuarbeiten. Am Sonntag Abend will ich noch gar nicht an den bevorstehenden Montag denken. 

Ich überlebe den Tag wie die anderen vorher ziemlich erledigt und ohne das Gefühl, dass ich alles im Griff habe.

Dienstag um 09:15 ist der erste Klavierunterricht per Skype angesagt. 
Ich merke wie mir das Homehaushalt, Homeschooling, Homeoffice, Homebespassung und Homeüberleben wahnsinnig auf der Schulter lastet. 
Nun also Homeklavierschooling. Die Klavierlehrerin ist happy und gibt sich viel Mühe. Leider kann ich das Smartphone nicht so positionieren, dass sie die Tasten und meine Tochter sieht, ohne dass es immer wieder runter fällt. 
Im Hintergrund schreit mein 4-jähriger von der Toilette seit 10 Minuten: „I bi fertig!“ und wird natürlich immer lauter. 
Der 20.Minuten Klavierunterricht wird so zu knapp 15 Minuten Unterricht ohne Klänge und meine Nerven sind schon um 9:30 völlig überstrapaziert. Jetzt warten noch die 3h Fernunterricht auf meine Tochter und mich und ich spüre, dass ich das niemals so bis zu den Frühlingsferien aufrecht erhalten kann. 
Ich bin Mama und keine Lehrerin. Darum kam für mich Homeschooling auch nie in Frage.
Nun wurde ich dazu gezwungen. Ja ich weiss Homeschooling ist nicht dasselbe wie Fernunterricht. Ich spüre jedoch om Moment kein Unterschied!

Dienstagabend: Ich freue mich wahnsinnig auf meinen Arbeitstag von Morgen. 
Ich geh aus dem Haus, verlasse das Chaos und kann mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Auch wenn es als Pflegefachperson und Verantwortliche Bildung häufig auch sehr stressig ist und man momentan fast etwas Sauerstoffmangel hat wegen dem Tragen der Masken,  bin ich trotzdem richtig entspannt und geniesse die Zeit im Betrieb. 

Am Mittwoch Abend schreibe ich meinen „Frust“ in das Rückmeldungsblatt an die Lehrperson (ich bleibe freundlich, das ist doch selbstverständlich und versuche konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen). 
Meine Tochter hätte eigentlich ein Nachteilsausgleich aufgrund ihrer Leseschwäche. Den bekommt sie auch. Jedoch nicht durch ihre Lehrperson sondern durch mich oder meinen Mann. Find nur ich das nicht richtig?
Ich frage mich auch wie das andere Eltern schaffen. Fremdsprachige Eltern, Eltern mit mehreren schulpflichtigen Kindern und wie die Chancengleichheit so noch gewährleistet werden kann.
Nach dem Erfassen der Rückmeldung geht es mir besser. 

Ich habe auch schon eine Idee betreffend Überblick für das nächste Wochenpaket.

2. Wochenpaket wird von der Tochter im Schulhaus abgeholt. Ich bin bereit für die Arbeitspläne.
Schreibe alle Aufgaben auf kleine Zettel und schaffe so auf dem Fenster eine Übersicht für meine Tochter und vor allem für mich.

Unterdessen hat sie die nächste Klavier-20-Minuten-Lektion. Meine Mann hat im Keller das Stativ raufgeholt und kann so alles einstellen, dass es sogar klappt. Es ist schönes Wetter und unser Sohn spielt draussen im Garten. Ich freue mich, dass der Tag so positiv angelaufen ist.

Ich merke, dass mich nun etwas entspanne. Heute bin ich aber im Homeoffice und mein Office ist der Esstisch. Nach 1h spüre ich meinen Rücken und hole den alten Bürostuhl hoch. Ich arbeite max 15min am Stück (danach werde ich immer wieder von einem Kind unterbrochen) und stelle fest, dass ich so meine Arbeit nie erledigen kann. Die Zeit hole ich dann am Wochenende und Abends nach (was ich eigentlich lieber nicht möchte). Das stresst mich schon wieder. 

Meine Rückmeldung hatte wohl Wirkung. Die Heilpädagogin der Schule meldet sich und bietet an regelmässig mit unserer Tochter per Skype Aufträge zu machen. Auch meine Schwester bietet sich an eine 1h zu übernehmen wenn sie frei hat. Ich kann etwas aufatmen.
Jedoch spüre ich, dass ich müde bin und meine Nerven und meine Energie sich eher auf einem tiefen Niveau befinden.
Die Frühlingsferien stehen schon bald vor der Tür. Also beisse ich durch und wir geniessen eine Woche in der Berghütte „ab vom Schuss“. Sehen keine Menschenseele und geniessen die Auszeit als Familie.

Nun startet der Fernunterricht nach den Frühlingsferien wieder. Nein Onlinelektionen, so wie ich sie mir gewünscht habe gibt es nicht. 

Die 3h wurden auf 2h Stunden Unterricht reduziert. Was uns zusätzlich etwas Luft zum atmen gibt.

Nur so nebenbei:  Als Faustregel für eine angemessene Fernunterrichtszeit kann davon aus- gegangen werden, dass eine Schülerin, ein Schüler in der Lage sein müsste, entsprechend dem jeweiligen Lebensalter multipliziert mit zwei Minuten, konzentriert arbeiten zu können.

Einmal in der Woche wird sie nun wieder mit der Heilpädagogin skypen.
Ich stehe nun weniger unter Druck. Vielleicht ist es auch noch die Erholung von der Ferienwoche. 
Aber ich denke wir werden das gemeinsam bis am 11. Mai schaffen und ich bin stolz auf unseren Weg und meine Familie.

Jedoch gibt es immer wieder Momente in denen ich tief durchatmen muss. Zum Beispiel als eine Lehrerin letzte Woche im Radio sagt: „Nun können sich Eltern endlich vorstellen, was es bedeutet Lehrer/in zu sein!“
Wie bitte? Ich denke ein Angehöriger der seine kranke Mutter betreut und pflegt und daneben noch arbeitet, ein Haushalt zu führen und Kinder zu betreuen hat, möchte von mir auch nicht hören: „Jetzt kannst du dir endlich vorstellen, was es heisst in der Pflege zu arbeiten!“

Ich versuche zu akzeptieren, dass ich die Coronazeit nicht wie andere nutzen kann um alles was liegen geblieben ist aufzuarbeiten oder gar neue Koch- oder Backrezepte auszuprobieren. 
Ich versuche zu akzeptieren, dass es bei uns zu Hause im Moment etwas unordentlich und nicht ganz so sauber ist wie üblich. 
Ich versuche zu akzeptieren, dass die Lehrpersonen ihren Fernunterricht sehr unterschiedlich gestalten.
Ja ich akzeptiere sogar, dass ich meiner Tochter neuen Schulstoff vermitteln muss.
Ich versuche auch zu akzeptieren, dass ich eine andere Auffassung von Fernunterricht habe als die Lehrperson und freue mich wenn wir mal eine Videobotschaft mit einer Anleitung erhalten.

Es gäbe noch Vieles mehr, was ich im Moment versuche zu akzeptieren. Es gibt Tage da gelingt mir das besser, dann gibt es Tage da bräuchte ich etwas mehr als ein Coronabier zum Feierabend :-) 

Ich habe nur ein schulpflichtiges Kind und ich ziehe meinen Hut vor all den Familien die mehrere Kinder haben oder vor alleinerziehenden Eltern und hoffe sie bekommen genügend Unterstützung und Rückhalt um diese spezielle Situation zu meistern.

Übrigens: Ich freue mich auf die „Normalität“ falls es diese irgendwann wieder mal gibt.

Autor: Cornelia Aeschbacher (Bildungsverantwortliche Pflege, Mutter, Hausfrau und nun auch noch Lehrerin)

Durch Distanz Nähe schaffen

Der Familienalltag verwandelt sich in Homeoffices und Homeschooling, wir die Risikogruppen bleiben zu Hause.
Nun sind neue Wege und Ideen gefragt, um dem Leben neuen Frohsinn einzuhauchen.

Die sozialen Kontakte und das Gemeinschaftsleben aufrechtzuerhalten ist uns sehr wichtig.

Das Telefon ist ein wichtiges Kommunikationsmittel, welches heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.
Können Sie sich an das Telefon Ihrer Eltern noch erinnern?
Wann hatten Sie ihr erstes eigenes Telefon und wie sah es aus?

Wir hatten ein schwarzes Wandtelefon. Die Wählscheibe hatte Zahlen von eins bis neun und die Null. Unten war ein Haken. Da konnte man den Hörer einhängen. Der Alpenhornkalender hing immer an diesem Haken……

 

 

 

 

 

Heute 2020 mit den neuen Medien ist vieles anders. Auch wir nutzen die neuen Techniken und Möglichkeiten und erstellen ein Skype-Konto für die Sonnhalde.
Da unser Haus auch weiterhin mit einem Besuchsverbot belegt ist, öffnen wir so ein kleines Fenster der Begegnungen.

Das regelmässige Angebot per Skype zu telefonieren wird rege genutzt. 

Für viele ist das ein Generationenprojekt. Die Grosskinder helfen beim Einrichten eines Skype-Konto auf den PC oder Smartphone ihrer Eltern. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich sehr, so auch die Enkelkinder zu Gesicht zu bekommen. 

Die Bewohnerinnen und Bewohnern skypen nun mit den Familien, Freunden und sogar mit dem Pfarrer. 

Äs Fötzeli Glück im Alltag eben.

Autor: Aktivierung Eva Aeschlimann

 

Ostergrüsse aus der Sonnhalde

Wie der Bundesrat bekannt gegeben hat, bleiben die aktuellen Massnahmen mindestens eine Woche länger bis am 26. April bestehen.
Das Besuchverbor für Angehörige bleibt deshalb bis mindestens am 26. April 2020 bestehen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner werden regelmässig mit verschiedenen Aktivitäten und Unterhaltungen überrascht (natürlich immer unter Einhaltung der geforderten hygienischen Massnahmen des BAG).

Unsere Betreuung und Aktivierung gibt sich viel Mühe und setzt dabei ihre Kreativität ein!
Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Einsatz!!!

Hier ein paar Impressionen aus dem Alltag

 

 

 

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sonnhalde werden immer wieder überrascht und wunderbar beschenkt!

 

Wir bedanken uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, für den tollen Einsatz zum Wohle unserer Heimgemeinschaft.
Die Hygienemassnahmen werden von allen korrekt umgesetzt - super!

Ausser der Schutzkleidung, bei welcher wir an der Beschaffung dranbleiben (und unsere "Heinzelfrauen" zusätzliche Schürzen nähen!!!) sind wir mit allem Material gut bestückt.
Wir hoffen, dass wir ohne Krankheitsfall die nächste Zeit gut überstehen.

Wir wünschen euch wunderschöne Ostertage - und weiterhin gute Gesundheit!

Das Sonnhalde-Team

Pneumonieprophylaxe in der Zeit des Coronavirus

Mit unseren Lernenden bespreche ich jeweils an den Lerntagen wie wichtig die sogenannte Pneumonieprophylaxe (Massnahmen zu Verhinderung einer Lungenentzündung) bei unseren Bewohnerinnen und Bewohner ist. Es gibt einige einfache Massnahmen, die man gezielt im Pflegealltag einbauen kann um sie vor einer möglichen Pneumonie zu bewahren.

Seit ein paar Tagen frage ich mich warum in Bezug zum jetzigen Coronavirus so selten darüber gesprochen wird, denn gerade jetzt sollte das Thema Prävention doch Priorität haben.

Ja, wir lesen sehr viel darüber wie wir uns schützen können, damit wir nicht krank werden. Aber fast nirgends liest man was man noch zusätzlich tun kann, um seine Atemwege zu stärken und so auch einer möglichen Infektion der Atemwege entgegenzuwirken. 

Bei Verdacht oder einer Infektion mit dem sogenannten SARS-COV-2 (so heisst das Virus fachlich korrekt) muss die/der Betroffene, solange es ihm vom Allgemeinzustand her relativ gut geht, in eine sogenannte Selbstisolation (Quarantäne). Der Kontakt zu allen anderen, muss auf das Minimum reduziert werden bzw. der Kontakt zu anderen Personen ist verboten. Nun gut das haben wir alle verstanden! 

Nehmen wir jetzt einmal an ich habe das Virus, dann verschanze ich mich im Schlafzimmer, natürlich in meinem gemütlichen Bett, welches ich mit niemandem teilen sollte. 
Wenn möglich bringt mir mein Mann die Mahlzeiten vor die Tür und ich nehme sie ins Zimmer, sobald er wieder verschwunden ist.
Ich würde wohl alle 2 Stunden per Videotelefonie mit meinen Kids und meinem Mann sprechen, damit ich sie trotzdem sehen und nicht nur hören könnte. Ich hätte viel Zeit zum Lesen, Serien schauen und über Gott und die Welt nachzudenken. Vielleicht würde ich einfach nur da liegen und aus dem Fenster schauen (ja, das kann ich sogar aus meinem Bett). 
Essen und Trinken nehme ich natürlich auch im Bett ein, da ich keinen Schreibtisch oder Stuhl/Tisch bei mir im Schlafzimmer habe. Im Moment klingt das nach absoluter Erholung für mich! Naja ich denke so nach ein paar Tagen würde mir das Ganze doch wohl etwas langweilig werden... (aber das ist dann wohl ein anderes Thema).

Das Virus schläft natürlich nicht, nur weil ich mich ruhig verhalte. Im Gegenteil. Durch eine Minderbelüftung der Lunge (durch Bewegungsmangel, Flüssigkeitsmangel und ungenügender Bauchatmung) sammelt sich das Sekret, das sich in meiner Lunge aufgrund der Infektion bildet, immer mehr an und es wird immer schwieriger, es auszuhusten. Diese Ansammlung führt in vielen Fällen zu einer schwerwiegenden Lungenentzündung, meist durch eine sogenannte Atelektase (die Lungenbläschen kleben zusammen). Über die Lungenbläschen findet der Gasaustausch zwischen Lunge und unserem Körper (Blutbahn) statt. Es entsteht ein Sauerstoffmangel, der sich mit Atemnot bemerkbar macht.

Es gilt hier aber anzumerken, dass es sich bei SAR-COV-2 um ein Virus handelt, welches wir in der Medizin leider noch nicht so gut kennen, daher kann es natürlich sein, dass meine „Theorie“ nicht die Wirkung zeigt, die ich mir persönlich erhoffe! Aber schaden werden euch meine nachfolgenden Tipps dazu sicherlich nicht :-) 

Also falls ihr euch in Isolation befindet beachtet unbedingt folgende Punkte:

  • Bleibt nicht nur im Bett liegen! Steht regelmässig auf, bewegt euch im Zimmer. Sofern ihr euch nicht zu krank fühlt, schaden auch Gymnastikübungen nicht (einige Mitarbeiter in der Sonnhalde sind schon richtige Antara-Profis, vielleicht kann unsere Antaralehrerin auch einmal einen Blog darüber schreiben).
  • Wenn ihr im Bett liegt, richtet euren Oberkörper (ca. 30 Grad) auf und achtet darauf, dass eure Haltung nicht der eine Banane gleicht, sondern eure Brust gestreckt ist (um die Lunge genügend zu belüften).
  • Auch im Bett sind Bewegungsübungen nicht verkehrt (mehrmals am Tag Arme heben, Beine heben).
  • Abhusten von Sekret: Dies kann nur abgehustet werden, wenn man genügend getrunken hat (nein Alkohol zählt nicht). Falls der Körper nicht genügend Flüssigkeit erhält, verdickt sich das Sekret in der Lunge und ein Abhusten ist nicht mehr möglich.
  • Mehrmals am Tag Wasser blubbern fördert das Lösen von Schleim durch die Vibration der Atemwege. Man nehme eine Flasche (kleine PET-Flasche) und einen Trinkhalm. Tief einatmen, Trinkhalm mit den Lippen umschliessen und langsam und kontinuierlich blasen bis es „blubbert“. Mehrmals am Tag wiederholen. Bitte Flasche und Trinkhalm nur durch eine Person nutzen und das Wasser nach Gebrauch jeweils wechseln.
  • Alternativ könnt ihr auch regelmässig (am besten stündlich) einen Ballon aufblasen (Achtung auch hier: derselbe Ballon wird nur von einer Person genutzt).
  • Bewusste Bauchatmung: eine Hand liegt auf dem Bauch, die andere auf dem oberen Brustkorb. Macht mehrere normale Atemzüge. Dabei bewegt sich die obere Hand auf dem Brustkorb stärker als die Hand auf dem Bauch. Man spricht von der Brustatmung. Versucht nun tief in den Bauch zu atmen, so dass ihr gegen eure Hand auf dem Bauch atmet. Klingt ganz einfach aber ihr werdet sehen, wir sind es nicht gewohnt bewusst in den Bauch zu atmen. Übung macht den Meister! Am besten wiederholt ihr diese Übung mehrmals am Tag! Durch die bewusste Bauchatmung werden die unteren Atemwege besser belüftet.
  • Denkt daran regelmässig das Zimmer zu lüften oder sich vors Fenster zu stellen (dabei kann man seinen Kindern beim Spielen im Garten zusehen oder die Nachbarn beobachten). Frische Luft benötigt die Lunge im Moment unbedingt!

Es gäbe noch ganz viele weitere Atemübungen, jedoch habe ich mich auf das Wesentlichste beschränkt.

Tragt Sorge zu euch und euren Liebsten und bleibt gesund!

Autor: Cornelia Aeschbacher (Berufsbildungsverantwortliche)

 

Rückblick auf mein 1.Ausbildungssemester

Seitdem ich mit meiner Berufslehre als Fachfrau Gesundheit angefangen habe, ist nun schon über ein halbes Jahr vergangen. Ein halbes Jahr mag sich für viele lange anhören, dies dachte ich zu Beginn auch. Allerdings verging es meiner Meinung nach rasend schnell! Die kurze aber intensiven berufliche Zeit, habe ich als sehr lehrreich empfunden.
Viele neue Dinge kamen auf mich zu. Am Anfang und auch jetzt manchmal noch ist dies nicht immer ganz so einfach, jedoch wurde es immer mehr zu meinem Alltag.
Die Schule besuche ich 2x in der Woche, in Langenthal. Auch an diesem Ort wurde mein Wissen grösser, welches nun fast alle zwei Wochen in einer schriftlichen Prüfung geprüft wird. Das heisst für mich lernen, lernen, lernen. Genau an diesem Punkt fällt es mir teilweise etwas schwer, das Arbeiten und Lernen zu kombinieren.
Am Anfang meiner Lehre dachte ich, dass ich dies locker schaffen werde und es bestimmt nicht all zu streng sein wird, doch da habe ich mich getäuscht.
Trotzdem finde ich, dass die schulische Bildung ein guter Ausgleich zu den praktischen Arbeiten im Betrieb ist. Zwischendurch ist es sogar schön in die Schule zu gehen, das hätte ich nie erwartet ☺.
Doch nun genug zu der Schule und wieder etwas fokussierter zum Betrieb. In der ersten Woche wurde ich in die Arbeiten, welche als Fachfrau Gesundheit (FaGe) auszuführen sind, eingeführt. Somit wurde mir alles genau erklärt und pflegerische Schwerpunkte, wie beispielsweise eine Intimpflege gezeigt, welche ich anfangs unter Aufsicht selbstständig ausführen durfte. Mittlerweile führe ich Arbeiten wie diese selbständig aus und kann somit die Bewohner am Morgen wie auch am Abend ohne Hilfe pflegen.
Doch nicht nur die Pflege gehört in den Tagesablauf einer Fachfrau Gesundheit, sondern auch die Alltagsgestaltung der Bewohner. Im Sommer gehe ich gerne, wenn es die Zeit zu lässt mit einzelnen Bewohnern spazieren. Dafür eignet sich zum Beispiel unser Rosengarten optimal, da die Bewohner gleichzeitig die schönen Blumen betrachten können. Während des Spaziergangs können verschiedene Gesprächsthemen aufgegriffen werden, um so vielleicht die Biografie des Bewohners besser kennenzulernen. Ich nehme mir dafür sehr gerne Zeit. Den einzelnen Bewohner und Bewohnerinnen aus ihrem Leben zuzuhören, finde ich äusserst spannend. Genau diese Erfahrungen sind auch der Grund warum ich diesen Beruf ausgewählt habe. Ich schätze den Kontakt zu den alten Menschen und staune immer wieder über ihre Geschichten.

Im Großen und Ganzen war mein erstes Halbjahr trotz den Anstrengungen sehr schön und ich bin mir sicher, dass sich dies in den nächsten 2,5 Jahren nicht ändern wird. Trotz den vielen kommenden Herausforderungen werde ich immer an meiner Sache bleiben und mein Bestes geben! 

In diesem 1. Semester ist folgendes meinem Motto geworden:

Autor: Lara Schüpbach Fachfrau Gesundheit 1.Lehrjahr

Rückblick Adventszeit

Adventszeit in der Sonnhalde 

In der Sonnhalde wird die Adventszeit mit kleinen Aufmerksamkeiten verschönert. Die Aktvierung hat für die Bewohner einen Adventskalender erstellt. Dabei geht es darum, den Bewohner etwas Zeit zu schenken. Sei es mit einem kleinen Gedicht oder etwas feines zum «Schnouse». Der Adventskalender ist für jede Bewohnerin und jeden Bewohner mit viel Liebe erstellt worden. 

In der Adventszeit hing häufig der Duft von frisch gebackenen Güetzli in der Luft. Viele Bewohner haben aktiv mitgeholfen die Güetzivorräte aufzufüllen. An einem Nachmittag waren sogar Kinder der Kita Burgdorf da und haben gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen und Bewohner feine Güetzi gebacken. Es war wunderschön die leuchtenden Augen von Klein und Gross zu sehen. Die Kinder und die Bewohner haben gemeinsam gesungen und viel gelacht.

     

In der Adventszeit darf natürlich der Samichlaus nicht fehlen. Am 6. Dezember  ist der Samichlaus in die Sonnhalde gekommen. Es war etwas ganz Besonderes, da er von zwei Esel begleitet wurde. Der Samichlaus hat jedem Bewohner und jeder Bewohnerin einen Sternenlebkuchen mit einer Mandarine und einen kleinen Schoggisamichlaus geschenkt. Einige Bewohner konnten noch ein "Versli». Das fand ich persönlich ganz schön. 
Was haben wir noch vergessen? Was wäre der Samichlaus ohne ein Grittibänz? 
Dafür hat die Küche gesorgt. Am Abend gab es ein Samichlausenteller für jeden Bewohner gab es Apfelsalat, Terrine, Mandarine und ein kleiner Grittibänz. Das Teller wurde mit sehr viel Liebe zum Detail von der Küche zubereitet. 

Dann stand auch schon Weihnachten vor der Tür. In der Sonnhalde haben wir am 23.12 Weihnachten gefeiert. Ich gebe euch einen kleinen Einblick wie es abgelaufen ist. Um 15:00 Uhr ist ein Chor gekommen und hat Weihnachtslieder gesungen. Nachdem der Chor uns mit ihren Stimmen verzaubert hat, kam einer der schönsten Teile an Weihnachten: Die Bescherung! Die Geschenke wurden mit viel Liebe und Herzblut von unserer Aktivierung ausgedacht und eingepackt.  Die Geschenke waren alle individuell auf die Bewohner abgestimmt. Ich fand es schön zu sehen wie viel Freude die Bewohner an den bunten Paketen und dessen Inhalt hatten. Die Gesichter unserer Bewohnerinnen und Bewohner strahlten. Einige Geschenke wurden sofort ausgepackt, andere haben es ihr Geschenk mit Bedacht erst am 24. Dezember ausgepackt.
Nach dem die Bescherung zu Ende war gab es ein Weihnachtsessen für die Bewohner. 
Für die Bewohner gab es ein 3- Gänge-Menü. Zur Vorspeise gab es eine köstliche Randencrémesuppe. Als Hauptgang genossen die Bewohner einen Rindsschulterbraten nach Grossmutters Art mit Kartoffelpüree und einem Gemüsebouquet.

Da alle schon sehr viel gegessen hatten, haben wir zum verdauen mit den Bewohnern noch einige Weihnachtslieder gesungen. Als krönender Abschluss gab es wundbare Vanilleschnitten.

Die Bewohner haben den Abend gemütlich ausklingen lassen und gingen dann zufrieden zu Bett.

Das war ein kleiner Einblick in die Adventszeit von 2019 geschrieben von Melanie Bieri FaGe 1.Lehrjahr.

Herzenswunsch

Mir erzählte ein Bewohner einmal, dass er früher einen Lieblingsplatz hatte, an dem er sich immer zurückgezogen hat. Er sagt er vermisse den Platz und würde sehr gerne wieder mal auf diesem "Bänkli" am Waldrand sitzen und die Aussicht geniessen. 

Da dieser Bewohner das Zimmer aufgrund einer Erkrankung nicht mehr verlassen kann, ging mir das Gespräch nicht mehr aus dem Kopf und mir kam eine Idee. Ich wollte dem Bewohner ermöglichen, dass er nochmals an seinen Lieblingsplatz zurückkehren kann.

Ich erzählte meiner Berufsbildnerin davon, sie sagte mir, dass dies eine super Idee sei und ich doch einmal mit der Aktivierung sprechen solle. Dies erledigte ich noch an demselben Tag. Die Aktivierung fand die Idee auch toll und kurzer Hand machten wir ein Datum ab und erzählten dem Bewohner von unserer Idee. Wir organisierten einen kleinen Bus und die nötigen medizinischen Geräte damit der Bewohner sicher transportiert werden konnte.

Am Tag des Ausfluges war der Bewohner voller Vorfreude und wir natürlich auch. Schon die Reise zu seinem Lieblingsplatz war voller Überraschungen. Es kamen auch noch zwei weitere Bewohner mit, wie sich herausstellte, wuchsen die beiden direkt in der Nähe des Lieblingsplatzes auf.

Am Waldrand mit dem wunderschönen Bänkli angekommen, war der alltägliche Stress der Arbeit vollkommen vergessen und so genossen wir die Aussicht ins Emmental. Die Aktivierung organisierte ein Zvieri welches perfekt dazu passte. Wir genossen die Aussicht und interessante Gespräche.

Leider war die Zeit viel zu kurz und so mussten wir schon bald wieder zusammenräumen. 

Auf der Heimfahrt schwärmten die Bewohner vom Ausflug und sprachen schon vom nächsten Mal. 

Bei diesem Ausflug habe ich verstanden wie wichtig es ist, dass man Gespräche führt und zuhört. Manchmal sind die Herzenswünsche der Bewohner mit wenig Aufwand zu erfüllen.

Autor: Nina Kohler Fachfrau Gesundheit 2.Lehrjahr

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